Theaterpädagogik

Theater(spielen) ist für mich in erster Linie eine gemeinschaftliche, soziale Praxis, bei der Gruppenerlebnisse vor künstlerischen Ergebnissen liegen. Ich möchte es allen ermöglichen, Theater als ein Medium für sich zu begreifen und zu erfahre.

Partizipative Formate

Ich arbeite teilnehmer*innenorientiert mit Methoden, die zum szenischen Arbeiten einladen: Durch Improvisation, kreatives Schreiben und unterschiedliche Gruppenformate. Ob in kurzen Workshops, ganzen Projektwochen oder großen Kinderbeteiligungsformaten: Ich stärke Teilnehmer*innen in dem Vertrauen in ihre eigenen Möglichkeiten. Was partizipativ entwickelt wurde, hat eine besondere Bedeutung für Spieler*innen und stärkt das Verantwortungsbewusstsein mit eigenen Inhalten und denen anderer.

–> Im Projekt „PROPS gehen raus“ befähigte ich als künstlerische Co-Leitung Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren eine professionelle Theaterproduktion am GRIPS Theater zu verantworten und erwachsene Profischauspieler*innen zu inszenieren (Premiere „Don’t stop dreaming“: Juni 2025).

Biografisches Arbeiten

Biografisches Arbeiten ermöglicht niedrigschwellige Zugänge zum eigenen Theaterspielen. Es birgt gleichzeitig das Potential für gesellschaftliche Relevanz: Persönliche Geschichten berühren private und politische Fragen rundum Zugehörigkeit, Macht und Mitbestimmung. Wenn viele Biografien zusammen kommen, lassen sich Momente wie ein Kaleidoskop betrachten. Die Vergangenheit vergegenwärtigen statt sie zu schlichtweg zu archivieren. Diese Prozesse gestalte ich sensibel, selbstbestimmt und mit Respekt vor dem Material meiner Teilnehmer*innen.

–> Im Projekt „[AUF]BEGEHREN“ arbeitete ich als künstlerische Co-Leitung mit Lesben, Schwulen und Bisexuellen 50+ zu homosexueller Emanzipation und persönlichen Liebesgeschichten von den 70er Jahren bis heute (Premiere: Juli 2018).

Dramaturgie

Ich bin der festen Überzeugung, dass Menschen Werte und Normen aus Geschichten ziehen und sie in diesen verhandeln – egal, wie vermeintlich klein oder auch ausschweifend eine Erzählung ist. Eine gute Dramaturgie ist deshalb für mich das Herzstück eines kreativen Prozesses und bildet die Grundlage für die Verdichtung von individuellen Beiträgen hin zu kraftvollen Theaterszenen und Geschichten. Gern berate und entwickle ich Dramaturgien auch in theaterfremden Formaten wie z.B. Hörspielen und Videospielen.

–> Als Teil der Initiative „denk_mal_game“ entwickle ich mit anderen Menschen ein Computerspiel über Erinnerungskultur rumdum den Diebstahl des Bronzeadlers des Südwestafrika-Denkmals in Göttingen.